17Jul 2016

intifada 1.0 rätikon

Autor: zimmsi

imagedie zwei monate seit meiner rückkehr aus neuseeland bescherten uns nicht sehr oft gutes wetter und somit auch nicht die möglichkeit in die alpinklettersaison zu starten.

für das vergangene wochenende standen die wetterprognosen nicht sehr schlecht. es gab in den vorhergehenden tagen in der höhe zwar etwas schnee, soviel wird es aber wohl nicht gewesen sein.

aus meiner unglaublichen motivation heraus die erste mehrseillängentour mit einem highlight zu starten, schlug ich klaus und chris die route intifada im rätikon vor.

in den vergangenen jahren schob ich die route ständig vor mich hin, mit der begründung ich wäre nicht fit genug. war ich aus meiner sicht zum heutigen zeitpunkt zwar auch nicht, dachte jedoch mit etwas boulderpower und den beiden jungs klaus und chris am anderen ende des seiles, kann dies nur ein gelungener auftakt werden.

imageam samstag früh standen wir dann unter den mächtigen felswänden des rätikons und fragten uns, wer wohl diese ganzen schwarzen streifen auf die sonst doch so schön grauen und gelben felswände gemalt hat. das kann doch nicht das schmelzwasser des darüber liegenden neuschnees sein????

die anzahl dieser schwarzen streifen in unserer route war im vergleich zu den anderen routen ja recht gering und so stiefelten wir weiter bis zum einstieg.

imagenachdem chris seinen lilith-fee klettergurt herauszog überlegten wir erst noch auf grund dessen gurt die gleichnamige nachbarroute lilith zu klettern. diese erschien uns dann jedoch doch noch zu schwierig.

einige minuten später stand klaus schon mitten in der glatten und etwas spärlich abgesicherten platte der ersten seillänge. aus vielen berichten zufolge wird diese oft über die erste seillänge der lilith umgangen. wir hingegen dachten „für was haben wir den klaus mitgenommen! ;-)“ dieser liess sicht die schwierigkeit und die spartanische absicherung jedoch nicht anmerken und stand kurze zeit später am ersten stand. chris und ich folgten und wunderten uns nach dem ein oder anderen hänger, wie der klaus das wohl gemacht hat. hmmm…. super start!

in der nächsten länge kam auch ich ins kletterfeeling und freute mich über eine lässige länge im unteren 8ten grad.

in der darauffolgenden 7er länge übernahm klaus wieder die führung und ließ auch diese schnell hinter sich. für den 7ten grad muss man dann aber doch etwas hinpacken und weit über die haken klettern bis es wieder was zum einhängen gibt.

die sonne kämpft sich langsam durch und die etwas durchgefrorenen zehen und finger des kalten einstiegs kamen so langsam auf betriebstemperatur.

imageimmer wieder tropfte es uns auf den helm und wir begriffen langsam, dass es sich wohl doch um schmelzwasser handelt. eine länge geht auf jeden fall noch. so steil wie die ist, kommt da doch kein wasser hin. 🙂

diese entpuppte sich als wahre perle. teils kleingriffig ging es in perfektem aber extrem scharfen fels immer weiter nach oben. nach einem natürlich ungeplanten abgang ging es für mich dann doch noch bis zum nächsten standplatz. tja, dass hat man von diesem mattenplumpsen. ausdauer = 0

von dort an war es für dieses mal leider schluss. die kommende länge über uns war zum größten teil nass und konnte aus unserer sicht nicht geklettert werden.

wir seilten ab und lagen nach einem kurzen abstieg noch einige zeit auf dem parkplatz in der sonne.

die sonne leistete saubere arbeit und die felswände waren in kürzester zeit trocken. wir fuhren jedoch nach hause, mit dem fixen ziel schnellstmöglich wieder zu kommen.

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