31Aug 2015

ende nie

Autor: jürgen

DSC01074eine gewisse vorliebe für lange alpine unternehmungen kann man ja daniel und mir nicht absprechen, deshalb hatten wir uns diesmal etwas ganz besonderes vorgenommen: eine klettertour am breithorn in den loferer steinbergen, „ende nie“. der name ist hier programm, denn mit 38 seillängen und 1500 klettermetern zählt diese tour sicher nicht zu den kurzen in den alpen.
jedenfalls starteten wir um 5:30 vom parkplatz unter der nordwand und brachten die 1 1/2 stunden zustieg planmässig hinter uns. schon jetzt wurde uns klar dass trotz der nordseitigen exposition die temperaturen wie so oft in diesem sommer deutlich über dem durchschnitt lagen und wir eventuell bei der bemessung unseres flüssigkeitsbedarfs etwas optimistisch waren. trotzdem stiegen wir voll motiviert ein und brachten erstaunlich schnell in ca. 3 1/2 stunden die ersten 19 seillängen hinter uns. nach einer kurzen pause ging es gleich weiter, doch die schwierigkeiten nahmen jetzt doch deutlich zu und manche seillänge kostete uns mehr zeit als uns lieb war. zudem fing der flüssigkeitsmangel an uns zuzusetzen, und so übersah ich den sogenannten, allgemein beliebten „durchschlupf“, und versuchte diesen mangels zwischensicherung ohne eine selbige aussen zu überklettern, was definitiv keine gute idee war.
dann erreichten wir endlich seilläge 31, doch jetzt brannte die nachmittagsonne gnadenlos in die wand. die letzten tropfen aus den trinkflaschen minderten den durst auch nicht wesentlich und daniel erkannte bereits dass es aus sicherheitsgründen nicht mehr vertretbar war dass ich weiter vorstieg. so nahm ich sein angebot, die letzten längen vorzusteigen dankbar an, da meine unterarme und finger jetzt doch schon erhebliche verfallserscheinungen zeigten. 10 jahre altersunterschied sind halt immer noch 10 jahre ;-).
schliesslich waren wir irgendwann am ausstieg und die devise hiess nur noch: auf schnellstem weg zur nächsten hütte! diese erreichten wir dann auch nach 1 1/2 stunden und konnten endlich wieder unseren durst stillen. nach kurzer rast stiegen wir auch gleich noch ins tal ab wo wir mit einem taxi wieder zu unserem parkplatz gelangten. etwa 15 stunden kostete und das gesamte unterfangen.

die klettertour ist wirklich lohnend und von allerbester felsqualität. für uns etwas ungewohnt war die kletterei von band zu band, wobei die kletterstrecken meist zumindest senkrecht bis überhängend ausfielen. ein älteres topo der tour ist hier zu finden. inzwischen wurden ein paar seillängen leicht aufgewertet, zu recht wie wir finden, teilweise scheint die kletterei doch ziemlich hart bewertet. aber vielleicht kommt mir das aufgrund mangelnder fitness auch nur so vor. ein aktuelles und detailierteres topo findet sich neben anderen interessanten zielen im auswahlführer „longlines“.

am nächsten tag gönnten wir uns etwas entspannung am walchsee und liessen das verlängerte wochenende heute noch im ötztal mit der 7 seillägen tour „utopia / strada del sole“ im klettergebiet nösslach ausklingen.

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2 Kommentare to “ende nie”

  1. Mario sagt:
  2. Hallo ihr zwei, toller Bericht. Wollte schon vor Jahren die Tour mal gehen, aber im Moment würde ich mir das nie und nimma zutraun. Wie hat euch die Utopia gefallen?? Leider ist mein Kletterkollege etwas angeschlagen und man wird sehen was der Herbst bringt. Sonst muss ich echt mal wieder auf Heimaturlaub kommen. Herr Kollege „was machst du Ziege“ ist auch fleißig unterwegs und ist Ende Juni Papa geworden. schöne Grüße mario

  3. Zimmsi sagt:
  4. servus mario. die tour ist wirklich zu empfehlen. würd auf jeden fall 10l wasser/person mitnehmen 🙂

    die von dir empfohlene route utopia war wirklich super.
    die absicherung war meiner meinung nach schon sehr übertrieben. die richtige bewertung wäre da wohl 6c (5b A0) :-). aber wirklich super längen. ja meldest dich mal wenn du im ländle bist. SG

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