14Aug 2015

das schreckliche horn

Autor: jürgen

P1030710wie geplant sind dietmar und ich anfang dieser woche in richtung schweiz aufgebrochen. wir hatten ursprünglich geplant das matterhorn über die südseite, den liongrat, zu überschreiten. da dieser aber anscheinend wegen steinschlag gesperrt war, entschieden wir und für eine besteigung des schreckhorns im berner oberland. 

aber erst einmal liessen wir es gemütlich angehen und fuhren auf den sustenpass wo es laut kletterführer schöne sportklettergebiete geben sollte. somit konnten wir uns schon mal an den granitfels gewöhnen. dort angekommen erwartete uns aber ziemlich schlechtes wetter so dass wir es uns im campingbus gemütlich machten. am nächsten morgen war der regen vorbei und wir konnten uns von der qualität der felsen überzeugen. wirklich ein schönes klettergebiet mit grandiosem ausblick. allein am sustenpass könnte man es ein paar tage aushalten. auch ein sehr neugieriger „local“ inspizierte genau was wir dort machten.

dann ging es weiter nach grindelwald und am nächsten morgen auf die schreckhorn-hütte. ca. 1200hm aufstieg und eine nicht unwesentliche strecke sind bis dorthin zu bewältigen, die aber aufgrund der immer neuen eindrücke nicht so schwer fällt. eiger, fieschhörner, finstrarhorn und wie sie alle heissen geben wirklich eine gewaltige kulisse ab! dann hiess es die zeit totzuschlagen auf der hütte, was uns mit unseren neuen freunden fred und ueli nicht schwerfiel.Photo-2015-08-12-09-08-48_0040 vorab sei gesagt: ueli ist jahrgang 1949 und hat nun eine erfolgreiche besteigung der schreckhorns mit anschliessendem 2800hm abstieg hinter sich!
das abendessen war einfach aber sehr gut und danach war bald hüttenruhe angesagt, denn um 2 Uhr sollte uns der hüttenwirt bereits wieder für das frühstück wecken.

so war das dann auch und bald darauf machten sich einige seilschaften auf den weg. erst geht es gemütlich über den aperen eischmeergletscher um bald nach links auf eine schuttflanke abzubiegen. hier ist es schon mal gut dass es dunkel ist, denn beim anblick dessen was nun vor einem liegt würde wohl so mancher das handtuch werfen – unendliche 600hm schutt ;-). aber irgenwann ist man dann oben und biegt nach links in den schreckfirn-gletscher ein. auch hier war es besser dass man nicht alles sieht,  denn die schneebrücken waren durch die hitze diesen sommer auch nicht mehr gerade vertrauenserweckend. schon auf der hütte wurde gemunkelt dass der bergschrund heuer etwas „unangenehm“ sei. unangenehm hiess: hinauframpfen über eine 4m senkrechte, aufgeweichte finrnwand und danach eine 5m lange, schmale schneerippe mit beiderseitigen abgründen zu passieren.

dann die sogenannte rampe. früher reichte der firn hier wohl auch ziemlich weit hinauf, jetzt ist es aber durchwegs zum felsklettern, was aber recht gut geht wenn man sich an die kante hält. aufgrund der vielen seilschaften und der wartezeiten die dadurch entstanden erreichten wir um 9:00 den gipfel. ich glaube dass man es auch deutlich schneller schaffen kann wenn man „freie bahn“ hat. der abstieg hält sich an die aufstiegsroute und im oberen teil sind abseilstellen eingerichtet, aber auch hier kam es natürlich zu verzögerungen.
da wir den bergschrund nicht mehr abklettern wollten taten wir uns mit unseren schweizer freunden zusammen und richteten eine 50m abseilstelle über denselben ein. hier zeigte sich auch schon der nachteil der fortgeschrittenen tageszeit: am einstieg schlugen salven von steinschlag aus einem aufgeweichten firnfeld weit oben in der wand ein und es wurde richtig ungemütlich. dann nochmal luft anhalten über die schneebrücken und wir konnten uns die hand geben. nun wartete nur noch der abstieg ins tal, der uns deutlich länger vorkam als der aufstieg ;-). alles in allem eine grandiose aber nicht einfache bergtour. danke an dietmar, fred und ueli für die gute kameradschaft.

 

after the ride:

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Ein Kommentar to “das schreckliche horn”

  1. Dietmar sagt:
  2. Es war eine super Tour, danke Dir Jürgen!!!

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