20Okt 2013

alpine lehrstunden

Autor: jürgen

titlewenn man öfter mal in den bergen unterwegs ist, wird man unweigerlich feststellen, dass dort oben nicht wir den ton angeben, sondern die gesetze vom berg und der natur herrschen. das durften daniel und ich heute eindrücklich erleben. gestern abend haben wir vereinbart dass es heute an die rote wand gehen sollte, und zwar in die route „zeit des reifen mondes“ ein klassiker aus den 80er jahren, erstbegangen von Wolfgang Muxel und Lothar Brunner, ohne bohrhaken und für die damalige zeit sicher am oberen ende der machbaren schwierigkeiten. hier passierte schon fehler nummer eins: die warnung von moses, dass nach den schneefällen erheblicher steinschlag zu erwarten sei, schlugen wir in den wind. ich musste auch feststellen dass der konsum von hopfenhaltigen getränken nicht gerade zu einer realistischen einschätzung der eigenen fähigkeiten beiträgt ;-). jedenfalls starteten wir trotzdem frohen mutes heute morgen.
am einstieg angekommen, machte sich dann schon ein etwas mulmiges gefühl breit, da öfter mal ein stein in unmittelbarer umgebung einschlug. auch war die route im oberen teil klatschnass und sicher nicht zur gänze machbar. nach längerer beratung stiegen wir dann doch ein.
daniel war gerade in der einstiegsplatte zugange als ein lärm losbrach der auch von einschlagenden geschossen an der front im 2. weltkrieg kommen hätte können. und gleich war klar: die rote wand hatte schwere geschütze aufgeboten – kopfgrosse steinbrocken flogen uns plötzlich um die ohren. nach erstaunlich kurzer beratung war klar: heute hat es keinen sinn, mit der roten wand wollen wir keinen krieg. wir kehrten sofort um und genossen noch die föhnstimmung im lechquellengebirge.
naja, vielleicht hat auch daniels outfit was damit zu tun dass der berg uns nicht wollte (auf den foto ist die farbe nicht so grell wie in wirklichkeit) :-):

thefrog

beim abstieg stellten wir fest, dass es in den jahren, die wir gemeinsam klettern das erste mal war das wir umkehrten. ein grosses glück dass wir immer gute bedingungen hatten! aber ich denke auch das gehört zum bergsteigen dazu: zu akzeptieren dass es momente gibt wo man besser ehrgeiz, tatendrang und leidenschaft weglässt und die tatsachen akzeptiert.

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2 Kommentare to “alpine lehrstunden”

  1. mario sagt:
  2. So ehrliche Berichte finde ich super!! Hut ab und gut das nichts passiert ist.

  3. danke! übrigends! an meinem outfit kanns sicher nicht gelegen haben.

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